Nach dem Staatsbankrott

1. Dezember 2015

Johannes Ludewig

Im Interview im Anschluss an die Veranstaltung „Nach dem Staatsbankrott. Der Wandel in der DDR und in Ostdeutschland von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft“ am 1.12.2015 im Schloss Bellevue berichtet der ehemalige Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Beauftragte der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, Johannes Ludewig, dass vor der Wiedervereinigung zwar die allgemeine Rückständigkeit der ostdeutschen Wirtschaft nicht aber die Details über den immensen Kapitalbedarf bekannt waren. Die Umwandlung der volkseigenen Betriebe in privatwirtschaftliche Unternehmen sei quasi ein Neuanfang „bei Null“ gewesen. Er gibt zu, dass die Verhandlungen nicht immer auf Augenhöhe stattgefunden haben und sieht den größten Verdienst bei der Umwandlung in der Arbeit der ostdeutschen Betriebsräte. Die Ost-/West-Unterscheidung solle seiner Meinung nach heute aufgehoben werden, vielmehr sei ein gesamtdeutscher Blick für alle strukturschwachen Gebiete nötig.

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