Nach dem Staatsbankrott

1. Dezember 2015

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„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bundespräsident Joachim Gauck begrüßte am 1.12.2015 die Gäste der Veranstaltung „Nach dem Staatsbankrott. Der Wandel in der DDR und in Ostdeutschland von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft“. In seiner Rede betonte der Bundespräsident den enormen Zeitdruck, unter der die Auflösung der Planwirtschaft im Anschluss an die Friedliche Revolution vorgenommen werden musste. Das Ergebnis bewertete er insgesamt als positiv, benannte aber auch die nach wie vor bestehenden Unterschiede zwischen Ost und West, etwa in der Lohnhöhe, der Produktivität, der Arbeitslosenquote und der deutlich geringeren Anzahl größerer Unternehmen und Konzern-Zentralen in Ostdeutschland.

„Nach dem Staatsbankrott „, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Der ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Rainer Eppelmann, verwies in seiner thematischen Einführung auf den von Mangel geprägten Alltag der ostdeutschen Bürgerinnen und Bürger infolge der kommunistischen Misswirtschaft. Im Herbst 1989 habe dann eine Aufbruchsstimmung über die gewonnene Freiheit und die neuen Konsummöglichkeiten das Leben der Menschen bestimmt. Die ökonomischen Herausforderungen im Zuge der Vorbereitungen zur deutschen Einheit und den Folgejahren seien dann für viele spürbar gewesen.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Podiumsrunde  (v.l.): Petra Hoyer, Berliner Unternehmerin des Jahres 2014/2015; Prof. e. h. Dr.-Ing. Klaus-Ewald Holst, Honorargeneralkonsul des Königreichs Norwegen und ehem. Vorstandsvorsitzender der Verbundnetz Gas AG; Alexandra Gerlach, Publizistin und Journalistin (Moderation); Prof. em. Dr. Richard Schröder, ehemaliger Dekan der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin und ehemaliger Fraktionsvorsitzender der SPD in der Volkskammer der DDR; Johannes Ludewig, Vorsitzender des Nationalen Kontrollrates und ehem. Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer und Prof. Dr. Hans-Werner Sinn, Professor der Nationalökonomie und Finanzwissenschaft der Ludwig-Maximilian-Universität München und Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Die Unternehmerin Petra Hoyer berichtete, wie infolge des Sturzes des SED-Regimes alles auf den Kopf gestellt gewesen sei, und sie sich ohne „Know How“ der Aufgabe der Unternehmensgründung gestellt habe.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Verbundnetz Gas AG, Klaus-Ewald Holst, erzählte, wie er sich im Zuge der Privatisierung des einst volkseigenen Betriebes (VEB) einer neuen ökonomischen Fachwelt mit nie gekannten Kennziffern und Zielen gegenübersah.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Das ehemalige Mitglied der SPD in der Volkskammer der DDR, Richard Schröder, erläuterte die Relevanz des Umtauschkurses bei den Verhandlungen über die Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Damit sollte den Menschen der DDR ein möglichst guter Start in das neue System ermöglich werden.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bundespräsident Joachim Gauck lauschte der Diskussion inmitten des jungen Publikums –  Schülerinnen und Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums Potsdam, des Wilhelmstadt Gymnasiums Berlin, der Seminargruppe des Freiwilligen Sozialen Jahres im Politischen Leben und Studierenden der Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zur Berlin.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Der Professor und Ökonom Hans-Werner Sinn argumentierte, dass die Löhne für die Mitarbeiter der ehemaligen DDR seiner Meinung nach viel zu schnell auf das Westniveau und divergierend zur Produktivität angepasst worden seien, weshalb der Zusammenbruch vieler Betriebe absehbar gewesen sei. Der ehemalige Beauftragte für die neuen Bundesländer, Johannes Ludewig, widersprach dieser Ansicht. Die Standortsicherung habe bei der Umwandlung im Vordergrund gestanden, und je nach Branche und Betrieb habe es unterschiedliche Übergangszeiten gegeben.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Im Anschluss war das junge Publikum eingeladen, ihre Fragen an die Podiumsrunde zu stellen. Ob das Leben in der DDR sich auf ihre Modekreationen ausgewirkt habe, war eine Frage an die Unternehmerin Petra Hoyer.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Eine weitere Frage an das gesamte Podium war, was aus dem Prozess der Wiedervereinigung generell gelernt werden könne – oder auch mit Blick auf die aktuelle Flüchtlingskrise?

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Bundespräsident Joachim Gauck lud das junge Publikum dazu ein,  die Podiumsgäste als Zeitzeugen zu sehen und diese gerne zu weiteren Veranstaltungen einzuladen.

„Nach dem Staatsbankrott“, Berlin 2015 © Sandra Steins, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Im Anschluss an die Veranstaltung widmete sich der Bundespräsident weiteren Fragen des jungen Publikums.

Weiterführende Informationen über die Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie die Einzelinterviews finden Sie unter Gesprächsrunde und Interviews.
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