Gesprächsrunde

Unter Gesprächsrunde sind die Kurzbiografien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Veranstaltung zusammengefasst.

Anna Kaminsky
Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Dr. Anna Kaminsky studierte Sprachwissenschaften in Leipzig. Nach ihrer Promotion arbeitete sie von 1993 bis 1998 am Berliner Institut für vergleichende Sozialforschung, an der Universität Münster, der Gedenkstätte Sachsenhausen und am Deutschen Historischen Museum an Forschungs- und Ausstellungsprojekten mit. Seit 1998 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2001 Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Anna Kaminsky ist u.a. in den Beiräten der Gedenkstätten Berlin-Hohenschönhausen und Leistikowstraße Potsdam sowie der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt vertreten.

Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer

Bundespräsident Joachim Gauck

Joachim Gauck, geboren 1940 in Rostock, studierte nach dem Abitur Theologie. Von 1965 bis 1990 stand er im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und arbeitete viele Jahre als Pastor. Schon als Jugendlicher trat Joachim Gauck in Opposition zur SED-Diktatur und war Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern des Neuen Forums und zog im März 1990 als Abgeordneter der Bürgerbewegung in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Von 1991 bis 2000 war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Im Jahr 2003 wurde er Bundesvorsitzender der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Menschenrechtspreis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena und Augsburg.

Dr. Jakob Hein

Jakob Hein, geboren 1971 in Leipzig, machte 1990 sein Abitur auf der Berliner Spezialschule für Mathematik Heinrich Hertz. Er studierte im Anschluss in Berlin, Stockholm und Boston Medizin. Im Jahr 2000 wurde er an der Humboldt Universität zu Berlin promoviert. Zwischen 1998 und 2011 war er Oberarzt in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Berliner Charité und arbeitet seitdem als Arzt für Psychiatrie und Physiotherapie mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Parallel zu seiner Tätigkeit als Arzt schloss sich Jakob Hein der Berliner Lesebühne Reformbühne Heim & Welt im Kaffee Burger an. 2007 veröffentlichte er sein Buch „Antrag auf ständige Ausreise und andere Mythen der DDR“, 2013 erschien das gemeinsam mit Jürgen Witte verfasste Buch „Deutsche und Humor – Geschichte einer Feindschaft“.

Vera Lengsfeld

Vera Lengsfeld, geboren 1952 in Sondershausen, studierte ab 1970 Geschichte und Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig und der Humboldt Universität zu Berlin. Seit den 1970er Jahren engagierte sich Vera Langsfeld in der Opposition gegen das SED-Regime. 1983 wurde sie nach mehreren Parteiverfahren aus der SED ausgeschlossen. 1981 Mitbegründerin des „Pankower Friedenskreises“, 1987 der „Kirche von Unten“. 1988 wurde Vera Lengsfeld wegen versuchter Teilnahme an der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration am 15. Januar verhaftet, in der zentralen MfS-Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen verhört und zu sechs Monaten Haft verurteilt. Nach einem Monat Haft wurde Vera Lengsfeld in den Westen abgeschoben und ging zum Studium nach Cambridge. Erst am Morgen des 9. November kehrte sie in die DDR zurück, war nach dem Mauerfall Mitglied der Verfassungskommission des Zentralen Runden Tisches, Mitglied der ersten und letzten frei gewählten Volkskammer der DDR und danach von 1990 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages für die Parteien Bündnis90/Die Grünen und die CDU. Im Jahr 1996 wurde sie Mitbegründerin des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur. 2012 wurde sie zur Landesvorsitzenden der Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS) Berlin-Brandenburg gewählt.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier

Hans-Jürgen Papier, geboren 1943 in Berlin, übernahm nach seiner Promotion 1970 und Habilitation 1973 eine staatsrechtliche Professur an der Universität Bielefeld, bis er 1992 an die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wechselte. Von 1977 bis 1987 war er nebenamtlich Richter am Oberverwaltungsericht für das Land Nordrhein-Westfalen. Neben seiner akademischen Tätigkeit war Hans-Jürgen Papier von 1991 bis 1998 Vorsitzender der Unabhängigen Kommission zur Überprüfung des Vermögens der Parteien und Massenorganisationen der DDR. 1998 beriefen ihn der Deutsche Bundestag und der Bundesrat als Richter sowie Vizepräsident und Vorsitzender des 1. Senats an das Bundesverfassungsgericht, 2002 übernahm er die Präsidentschaft in Nachfolge von Jutta Limbach. Zum Ende seiner Amtszeit im Jahr 2010 wurde Papier mit dem Großkreuz des Bundesverdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Im gleichen Jahr kehrte er an die LMU München zurück, wo er am 30.9.2011 emeritiert wurde.

Moderation

Anne Raith

Anne Raith, geboren 1981 in Kiel, studierte Romanistik, Anglistik und Neuere Geschichte in Bonn und Aix-en-Provence. Nach ihrem Studium absolvierte sie ein Volontariat beim Deutschlandradio in Köln, Berlin und Brüssel. Von 2010 bis 2012 arbeitete Anne Raith als Redakteurin und Moderatorin im Zeitfunk. Im Rahmen des Arthur F. Burns Fellowships verbrachte sie zwei Monate in Nordkalifornien, wo sie für den Rundfunksender KQED in San Francisco tätig war. Seit 2013 ist Anne Raith Redakteurin für Europa- und Außenpolitik in der Abteilung „Hintergrund“.