Gesprächsrunde

Unter Gesprächsrunde sind die Kurzbiografien der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Veranstaltung zusammengefasst.

Bundespräsident Joachim Gauck

Joachim Gauck, geboren 1940 in Rostock, studierte nach dem Abitur Theologie. Von 1965 bis 1990 stand er im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs und arbeitete viele Jahre als Pastor. Schon als Jugendlicher trat Joachim Gauck in Opposition zur SED-Diktatur und war Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern des Neuen Forums und zog im März 1990 als Abgeordneter der Bürgerbewegung in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Von 1991 bis 2000 war er Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Im Jahr 2003 wurde er Bundesvorsitzender der Vereinigung Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.. Am 18. März 2012 wählte die Bundesversammlung Joachim Gauck zum elften Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Für sein Wirken wurde Joachim Gauck mit zahlreichen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Europäischen Menschenrechtspreis. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Rostock, Jena und Augsburg.

Rainer Eppelmann
Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Rainer Eppelmann, geboren 1943 in Berlin, ist gelernter Dachdeckerhilfsarbeiter, Maurer, studierter Theologe und Pfarrer. Er engagierte sich in der DDR-Opposition und war an der Organisation und Unterstützung zahlreicher Aktivitäten kirchlicher Jugendarbeit sowie kirchlicher Friedens- und Menschenrechtsgruppen beteiligt. Er war Mitbegründer und später Vorsitzender der Partei Demokratischer Aufbruch. Von Dezember 1989 bis März 1990 vertrat Rainer Eppelmann den Demokratischen Aufbruch am Zentralen Runden Tisch. Im Februar 1990 war er Minister ohne Geschäftsbereich in der zweiten Regierung Hans Modrow, ab April Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung Lothar de Maizière. Seit 1990 ist Rainer Eppelmann Mitglied der CDU und war bis 2005 Abgeordneter des Deutschen Bundestags. Dort leitete er von 1992 bis 1998 die beiden Enquete-Kommissionen „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“ und „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“. Von 1994 bis 2001 war er Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in der CDU. Seit 1998 ist er ehrenamtlicher Vorsitzender des Vorstands der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer

Adam Krzemiński

Adam Krzemiński, 1945 in Powiat Zamojski (Polen) geboren, hat Germanistik in Warschau und Leipzig studiert. 1973 begann er seine journalistische Laufbahn als Redakteur des polnischen Wochenmagazins Polityka. Er zählt zu den führenden Publizisten in Polen und gilt dort als einer der herausragenden Kenner Deutschlands sowie als Fachmann für die deutsch-polnischen Beziehungen. In Deutschland schreibt er unter anderem für die Wochenzeitung DIE ZEIT, zudem wird er häufig als polnischer Experte in deutschen Radio- und Fernsehsendungen eingeladen. Krzemiński wurde wegen seines Engagements zur deutsch-polnischen Verständigung mehrfach ausgezeichnet. 1999 verlieh ihm die Bundesrepublik Deutschland das Bundesverdienstkreuz, 2006 erhielt er den Viadrina-Preis der Europa-Universität Frankfurt (Oder).

Neil MacGregor

Neil MacGregor, geboren 1946 in Glasgow (Schottland), studierte Französisch und Deutsch in Oxford, Philosophie in Paris, Rechtswissenschaft in Edinburgh und Kunstgeschichte in London. Er war einige Jahre Dozent für Kunstgeschichte und Architektur an der University of Reading. 1987 wurde er Direktor der National Gallery in London. Von 2002 bis 2015 leitete er das British Museum in London, wo er u.a. 2014 die viel beachtete Ausstellung „Germany – Memories of a Nation“  zeigte. Er erhielt unter anderem 2015 den Deutschen Nationalpreis für sein Engagement um ein besseres Verständnis für Deutschland in Großbritannien. Seit Oktober 2015 ist Neil MacGregor leitender Gründungsintendant des Berliner Humboldt-Forums.

Katja Petrowskaja

Katja Petrowskaja, geboren 1970 in Kiew (Ukraine), studierte Literaturwissenschaften und Slawistik in Tartu (Estland) und wurde 1998 in Moskau promoviert. Seit 1999 lebt sie in Berlin. Sie schreibt regelmäßig für deutsche und russische Zeitungen, wie die FAS, NZZ, taz und Snob. Für die Erzählung „Vielleicht Esther“ aus ihrem gleichnamigen Werk „Vielleicht Esther. Geschichten“ erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachman Preis, sowie 2014 den „aspekte“-Literaturpreis; weitere internationale Preise folgten. In „Vielleicht Esther“ erzählt Katja Petrowskaja am Beispiel ihrer Familie die Geschichte des Völkermords an der jüdischen Bevölkerung von Kiew durch die Nationalsozialisten und thematisiert außerdem die sowjetische und europäische Erinnerungskultur.

Werner Schulz

Werner Schulz, 1950 in Zwickau geboren, ist studierter Diplomingenieur für Lebensmittelchemie und ‑technologie. Er war seit 1968 in verschiedenen Oppositionsgruppen der DDR aktiv, außerdem seit den 70-er Jahren Mitglied der kirchlichen Friedens-, Ökologie-, und Menschenrechtsbewegung in der DDR, zudem verweigerte er den Militärdienst und war Bausoldat. Nach seinem Studium wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Humboldt-Universität zu Berlin, wurde 1980 aber aufgrund seines Protestes gegen den Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan fristlos entlassen. 1981 war er Mitbegründer des Pankower Friedenskreises. 1989 vertrat er das oppositionelle Neue Forum am Zentralen Runden Tisch in Ost-Berlin. Von März bis Oktober 1990 war er Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR und Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Grüne, von 1990 bis 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen und parlamentarischer Geschäftsführer sowie wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Von 2009 bis 2014 war er Mitglied des Europäischen Parlaments, Vizevorsitzender des parlamentarischen Kooperationsausschusses EU-Russland und Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten

Moderation

Sabine Adler

Sabine Adler, geboren 1963, Zörbig, ist Radiojournalistin und Buch-Autorin. Adler wuchs in Ostdeutschland auf und studierte Journalistik an der Universität Leipzig. Sie begann als Kultur-Korrespondentin für Radio DDR, wechselte zu radio ffn, zur Deutschen Welle. Ab 1997 arbeitete sie als Redakteurin und Moderatorin im Deutschlandfunk. 1999 wurde sie Russland-Korrespondentin für Deutschlandradio, nach ihrer Rückkehr 2005 ging sie in das Deutschlandradio-Hauptstadtbüro, das sie von 2007 bis 2011 leitete. Bundestagspräsident Norbert Lammert berief sie zur Chefin der Presse- und Kommunikationsabteilung des Deutschen Bundestages. 2012 kehrte sie in den Journalismus zurück und wurde Osteuropa-Korrespondentin des Deutschlandradios. Adler wurde als „Politik-Journalistin des Jahres“ und mit dem Karl-Hermann-Flach-Preis ausgezeichnet.

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